Umsatz ist was tolles. Je mehr, desto besser weil alles danach strebt und es ein zuverlässiger Faktor für Wirtschaftswachstum sein soll, das sich - nun ja - vor allem aus Konsum generiert.
Da war es naheliegend, den Abverkauf im Einsatz zum Zentrum des Belohnungs- und Anreizsystems zu machen. In der Regel erhältst Du als Promoter einen festen Tagessatz, dafür dass Du den Job überhaupt machst und auch an schlechten Tagen nicht mit leeren Händen nach Hause gehst. Die meisten Auftraggeber zahlen darüber hinaus einen Bonus, der sich am Erfolg der Aktion orientiert. Und was den Erfolg einer Aktion ausmacht, habe ich eingangs erwähnt. Hin und wieder fließen auch qualitative Kriterien mit ein, wie z.Bsp eine Bewertung durch den Abteilungsleiter oder incognito Testkäufer, die von der Agentur losgeschickt wurden.
Du musst also den Umsatz erhöhen. Darin sind wir, die Agentur und der Hersteller uns alle einig und irgendwie ist das ja auch der Sinn der ganzen Sache. Neben dem ganz üblichen, offensiven Verkauf an das halbwegs interessierte Shopping-Vieh, möchte ich noch zwei weitere, vielleicht nicht ganz so geläufige Ergänzungen vorstellen.
Als Promoter sind wir ein Teil des sogenannten Marketing- und Kommunikationsmix. Esgibt auch noch andere Teile und das sind eben auch noch Werbespots, Plakate oder eben auch Sonderpreise.
Der Händler hat vom Hersteller eine große Menge eines, sagen wir, aktuellen Handys bekommen. Aufgrund der Menge konnte er noch einen sensationellen Verkaufspreis für das Gerät kalkulieren und hat dem Hersteller dazu noch einen Werbekostenzuschuss (Druckkosten für einen Flyer) und eine Promotionaktion aus dem Kreuz geleiert. Kurzum, alles ist super und jetzt müssen nur noch die Kunden kommen und das Teil mitnehmen. Das Problem ist nur, die Aktion läuft in einer Kleinstadt mit vielleicht 10.000 Einwohnern (alternativ auch in einem ruhigen Stadtteil einer Großstadt) und niemand kommt, niemand hat den Flyer gelesen und Du als Profi weißt jedoch, dass es ein Hammerpreis für ein echt tolles Handy ist.
Also weitest Du die Promotion weit über das Einzugsgebiet des Händlers hinaus. Das Internet ist Dein Freund (was Du spätestens mit diesem Blog schon geahnt hast)!
Variante 1: Sei Tippgeber!
Letztlich nicht anderes, was Du als Promoter nicht sowieso schon machst: andere Menschen auf ein gutes Angebot hinweisen und die Erfahrung zeit uns, dass sich dem kaum jemand entziehen kann. Die meisten Menschen haben fast schon existenzielle Ängste ein Schnäppchen zu verpassen. Für sie gibt es verschiedene Portale, die jeden Tag Schnäppchen sammeln und veröffentlichen. Exemplarisch dafür stehen Schnäppchenfuchs und My Dealz. Es gibt dort nicht nur redaktionelle Hinweise auf Verkaufsaktionen, sondern auch eine aktive Community, die mit Inhalten dazu beiträgt.
In Fachforen sind einige sowieso schon präsent und können in den vorhandenen "Marktplätzen" ebenso darauf hinweisen und die Angebote dann sogar noch substanziell unterfüttern. In den meisten Fällen hast Du am nächsten Tag ein paar Kunden, die genau deswegen gekommen sind oder Du erhältst ein paar E-Mail anfragen, ob Du nicht für andere zuschlagen kannst um Ihnen das per Post zu schicken. Und das bringt uns zu ...
Variante 2: Sei Verkäufer!
Als Profi, der Du bist kennst Du auch den Markt Deiner Produkte und weißt, was ein fairer Preis für ein neues oder ein gebrauchtes Gerät ist. Und wenn nicht, hilft die Suche bei ebay. Dort kann man nicht nur nach aktuellen Auktionen suchen, sondern - über die Einstellung "Erweitere Suche" - auch nach abgelaufenen Angeboten, neuerdings sogar nach tatsächlichen verkauften, abgelaufen Aktionen. Das sollte Dir einen recht guten Eindruck verschaffen, was momentan für das Handy (um bei dem Beispiel zu bleiben) gezahlt wird. Und nun musst Du rechnen. Auf der einen Seite die Erlöse:
- erzielter Verkaufspreis
- Portokosten
- die eigene Verkaufsprovision für den zusätzlichen Umsatz
- ein eventueller Mengenrabatt den Du mit dem Markt aushandeln kannst, weil Du das nicht nur mit einem Gerät machst.
Auf der anderen Seite die Kosten:
- Anschaffungspreis
- Verkaufsprovision (ebay ca 10% derzeit)
- Zahlungskosten (Paypal nimmt eine Provision)
- Portokosten
Auf Plattformen wie ebay Kleinanzeigen spart man sich die Verkaufsprovision, aufgrund der Regionalität verliert man jedoch potenzielle Käufer. Und auch da gibt es ein eifriges Handeln und Gegenangebote für Deine Ware. Wer darauf keine Lust hat, fährt mit der Endgültigkeit von ebay besser.
Je nach dem wie lange das Angebot läuft und Ware vorhanden ist, kannst Du sogar noch Dein Risiko minimieren, indem Du die Auktion einstellst und erst wenn das Handy verkauft wurde, selbst im Laden Deines Einsatzes mit der richtigen Menge, Farbe, Ausstattung zuschlägst.
Auch die Steuern sollte man nicht vergessen, da die zusätzliche Provision versteuert werden muss und je nach Umfang des Deals auch die Verkaufsgewinne versteuert werden müssen. Das gute daran ist, dass die ebay-Provisionen auch den zu versteuernden Gewinn reduzieren.
Wenn Du das ausprobierst, würde ich mit einer der Varianten beginnen, weil Du Dir sonst selbst Konkurrenz machst. Andere werden Deinem Schnäppchenhinweis nachgehen und die Sachen ebenfalls online verkaufen und würdet Euch gegenseitig die Preise kaputt machen.
Guten Umsatz!